Immer mehr Menschen stellen immer mehr Fragen

Um den Blog mit Leben zu füllen und die nächsten zwei Wochen, bis es los geht, nicht still liegen zu lassen, kann ich euch über spannende Story erzählen, die mich vor der Radreise beschäftigen. Eines der Dinge die mich beschäftigt, sind Eure Fragen, Reaktionen und Bewunderungen.

In den meisten Fällen fällt mir ad hoc keine spontane Antwort ein, um eure Frage gerecht zu werden, wenn mich mal wieder jemand fragt: Warum? Wie lange? Alleine? usw. Wahrscheinlich bin ich mir meistens nicht bewusst, wie außergewöhnlich es ist, seinen Jahresurlaub für eine anstrengende Radreise zu verschwenden. Nicht am Strand zu liegen, einen All inclusiv Hotelurlaub zu genießen, sondern sich im Sattel zu quälen. Ich stoße oft auf erstaunte und fragende Gesichter eurerseits.

Die erste Reaktion die ich von euch höre: "Echt? Wirklich?" Kurz und knapp, wie meine Antworten nun mal so sind, antworte ich mit: "Ja, warum nicht?!"
Je länger ich über eure Verwunderung nachdenke, desto verrückter ist es für mich selbst, 880 km im Sattel zu verbringen. Und ehrlich gesagt, weiß ich immer erst dann wieder, warum ich mich dafür entscheide, wenn ich daran denke, wie schön es ist, die Umgebung zu erkunden, Eindrücke zu sammeln und jeden Tag über sich selbst hinauszuwachsen.
 
Nach eurer geschockten Reaktion kommen dann immer die Fragen: "Fährst du alleine? Wie lange bist du unterwegs?"
- "Natürlich fahr ich alleine. Wer soll mich denn auch freiwillig begleiten wollen und sich den Hintern wund sitzen. Außerdem ist es schön alleine unterwegs zu sein. Und eigentlicht ist man NIE ganz alleine. Ich treffe immer Menschen auf dem Weg. Egal ob im Hotel, beim Bäcker, beim Pause machen oder unterwegs. Angesprochen wird man immer, auf Grund von auffällig viel Gepäck. Zudem man immer mehr und mehr Gleichgesinnte trifft, die ebenfalls auf Bikepacking Tour sind.
Wie lange ich unterwegs sein werde, wissen nur der Wettergott und meine Beinmuskeln während der Radreise."
 
Nachdem die oberflächliche Fragen abgearbeitet sind, wird es tiefgründig.
"Hast du denn keine Angst?"
- "Ja und nein. Wovor soll ich denn auf der Reise Angst haben? Dass der Weltkrieg ausbricht? Die Angst hat jeder, auch wenn er daheim aufm Sofa sitzt. Ich habe keine Angst vor der Reise. Ich habe nur Angst davor, keine Leistung zu bringen und die Reise abbrechen zu müssen, aus welchen Gründen auch immer."
 
Als Schlusswort bleibt den meisten nur zu sagen:
"Lass dich nicht stressen."
- "Ein alter Mann hat mal zu mir gesagt: Stress ist nur was für Leistungsschwache ;-). Außerdem hat man auf einer Bikepacking Tour kein Stress. Man muss zusehen, dass man jeden Tag Kilometer reißt, ja, aber man genießt die Zeit, die frische Luft und die Erfahrung."
 
So sieht "nicht stressen lassen" auf dem Bike aus. Mit einer leckeren Käsebrezel und einer eiskalt zischende Apfelschorle:
 

Kommentare

  1. Ich bin maximal gespannt, was du alles auf deiner Reise zu berichten hast.

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