Tag 2

Der zweite Tag hat so semi gut angefangen, wurde tagsüber immer schlimmer und endete mit einem wunderschönen Erlebnis, dass ich nie vergessen werde...
Ich fange von vorne an.

Mein Frühstück in Gebsattel war sehr lieblos hergerichtet. Ich hatte Biggi vermisst, sie war wohl nur für das Abendessen und die Abendunterhaltung zuständig 😀 
Aber ich will nicht meckern, da ich ohnehin nicht der große Frühstücksmensch bin.
Ich drückte also meine zwei Tassen und das Leberwurstbrötchen in mich rein, damit ich schnellstmöglich auschecken konnte. Schließlich hatte ich über 100km vor mir.
Schnell saß ich wieder auf dem Bike und es ging los, Richtung Bamberg.
Der Himmel sah schrecklich aus. Grau und dunkel. Permanent wehte der Wind, sodass ich den ganzen Tag mit Seiten- und Gegenwind kämpfen musste. Den grauen Himmel hatte ich ständig im Nacken hängen und jeder Kilometer ohne Regen, war ein guter Kilometer, auch mit jenseits Gegenwind.

Nach ca. 40 km landete ich wortwörtlich in der Pampa. So sehr in der Pampa, dass mein GPS Signal auch verloren ging. Ich irrte in der Gegend umher und hatte endlich meine Route wieder gefunden. Wahrscheinlich hab ich deswegen Zeit verloren und musste ein paar Kilometer drauf legen, die Hauptsache war jedoch, dass ich endlich wieder in der Zivilisation landete und Um Punkt12 meine obligatorische Brezel, an der Tanke, kaufen konnte.
Gegen 13 Uhr hatte ich dann noch 60 km bis zum Tagesziel. Ich musste Bamberg erreichen, da dort meine Couchsurfing Unterkunft bereits auf mich gewartet hat.
Ich biss mich also durch. Immer noch mit grauem Himmel, Gegenwind und immer mehr schmerzenden Beinmuskeln.

Um 16 Uhr war ich endlich in Bamberg. Die letzten Kilometer waren die Hölle. Quälen. Ein anderer Begriff fällt mir hier nicht ein.
Die erste Eisdiele war meine Anlaufstelle.
Ein eiskaltes Radler und ein Eis ließen mich alle chaotischen Ereignisse vom Tag vergessen. Ich war stolz und glücklich endlich in Bamberg gewesen zu sein.

Die Adresse von meiner Couchsurfing Unterkunft hatte ich schnell gefunden und was soll ich sagen....Brigitte du bist der Wahnsinn!
Brigitte hat mich herzlich empfangen. Für mich gekocht. Meine Wäsche gewaschen! Und wir saßen bis spät abends im Garten, bei einem Glas Wein. Die Gesellschaft und die Gespräche waren spannend, fesselnd und schön.
Wenn nur alle Menschen so wären wie Brigitte :-)

Morgen steht eine "Rentnerrunde" an. Morgen nur 50km auf dem Schirm, um mich ein wenig zu schonen und auszuruhen. Und morgen sollte das Wetter endlich besser sein. Würde mir zumindest viel Angst und Sorgen nehmen.

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