Tag 5
Der fünfte Tag war spektakulär, spektakulär schlecht.
Der Tag hatte schon schlecht angefangen als ich den ersten Zug verpasst hat, weil der Automat und die nette Frau vom Infoschalter zwei verschiedene Zugverbindungen ausgespuckt hatten.
Also eine Stunde warten zum nächsten Zug. Wie schön es noch im Hotel am Frühstückstisch gewesen wäre.
Nachdem der Zug dann endlich kam erwartete mich die nächste Überraschung.
Der Anschlusszug fiel aus. Nächster Tiefschlag.
Gott sei Dank lernte ich hier einen Mitleidenden kennen. Ein junger Mann, aus der Gegend, der sich auskannte.
Fragt mich nicht nach seinem Namen, aber er muss schon 5 Leben durchlebt haben.
6 Genickbrücke und Blutkrebs.
Wie kann ein Mensch einen 6fachen Genickbruch überleben....
Er hat mir seine Narben gezeigt. Der Kerl weiß, was Leben heißt. Unfassbar wie wir ein Schnüpflein durchleiden und solche Menschen mit einem 6fachen Genickbruch ins Leben zurückkehren, Gott sei Dank. Toller Typ.
Jedenfalls hat er mir bei dem Zugchaos geholfen. Bis er mich aus einem Anzug geschmissen hat: "Jetzt musst du aussteigen, weil besser wirds nicht und fahr bei der Steilen Wand vorbei😉"
Also stieg ich aus und musste 40 km Umweg fahren, weil das Zugglück heute nicht auf meiner Seite war.
Ich stieg also aus und radelt 40 km auf meine eigentliche Route um wieder auf Spur zu sein.
Nachdem ich tausend Tode gestorben bin, bei 37 Grad Temperatur und Zugaufregung, kam ich endlich auf meine Route zurück und hielt nach dem erst möglichen Hotel ausschau. In Schlunzig? Ich glaube so heißt das Nest hier. Hier gibt es Nichts, außer Kühe, Bauernhöfe und ein herunter gekommenes Hotel, für 50 Euro inkls. Frühstück. Ein Schnäppchen.
Ich bat um ein Check In, weil ich einfach keine Kraft mehr hatte.
Mein Ziel Chemnitz hatte ich für heute somit nicht erreicht. Ich war Game over.
Eingecheckt und frisch geduscht musste ich nochmal aufs Bike. 6 km weiter zur nächsten Einkaufsmöglichkeit, weil es im Hotel nichts gab, außer ein "Flurkühlschrank" mit Getränken.
Zurück im Hotel setzte ich mich auf die Terrasse, mit einem Bier und meinen kalten Maultaschen. Zum Nachtisch eine Packung Kekse.
Der Abend war jung und nach und nach setzten sich andere Hotelgäste dazu.
Ich verteilte meine Packung Kekse und schon kamen alle ins Gespräch. So einfach kann es sein, Menschen zusammen zu bringen, mit einer Packung Kekse.
Wir unterhielten uns also in netter Runde, plünderten den Flurkühlschrank und so nahm der chaotische Scheißtag noch ein nettes Ende!
Morgen wird ein besserer Tag, ganz bestimmt. Ohne Zugfahrt und mit mehr Kilometer auf dem Bike.
Gute Nacht an alle Mitleidenden Zugfahrer und Hotelgäste, Mitten im Nichts.
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